Ab 1. Januar 2020* gilt die Kassensicherungsverordnung – sind Sie bereit?

Unlängst hat die Digitalisierung den PoS (Point of Sale) erreicht. Schon lange dient die Kasse nicht mehr lediglich der ordentlichen Trennung von Münzen und Banknoten – moderne Kassensysteme sind wahre Alleskönner. Die Schattenseite: Aufgrund der elektronischen Struktur der erfassten Daten hegen diese das Potential zur Manipulation. Steuerausfälle in Milliardenhöhe sind das Ergebnis. Es überrascht daher nicht, dass ein grosses Interesse darin besteht, diesem Missstand entgegenzuwirken. Im Sinne von «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser», trat im Jahr 2016 das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen in Kraft. Ab dem 1. Januar 2020* gilt in ganz Deutschland die Kassensicherungsverordnung (kurz KassenSichV), welche die Aufgabe innehat, den Inhalt des genannten Gesetzes in die Praxis zu transferieren. Man könnte sie als verbindliche Bedienungsanleitung des Gesetzes bezeichnen. Worum es dabei geht und was es zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

 

Kassensicherungsverordnung (kurz KassenSichV) im Überblick

  • Belegausgabepflicht
    Für jeden Verkaufsfall muss ein Beleg ausgestellt und dem Kunden ausgehändigt werden, elektronisch oder in Papierform. Ob der Kunde den Beleg mitnehmen möchte, ist ihm überlassen. Finanzbehörden können aus Gründen der Zumutbarkeit und Praktikabilität Unternehmen von der Belegausgabepflicht befreien.
  • Kassennachschau jederzeit möglich
    Bereits seit dem 1. Januar 2018 können unangekündigte Kassenprüfungen durchgeführt werden.
  • Kassenmeldepflicht
    Alle im Unternehmen vorhandenen Kassensysteme müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Die Meldefrist für Neuinbetriebnahmen von Kassen beträgt einen Monat. Auch Ausserbetriebnahmen unterstehen der Meldepflicht.
  • Verwendung einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) 
    Kassensysteme müssen über eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz BSI) zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. Die TSE besteht aus drei Komponenten: einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer einheitlichen digitalen Schnittstelle.

 

Die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) im Detail:

Die TSE kann cloudbasiert oder in physischer Form angebracht werden und besteht aus drei Komponenten, die gemeinsam sicherstellen, dass alle Geschäftsvorgänge lückenlos aufgezeichnet und manipulationssicher abgespeichert werden. Ausserdem können die gesicherten Daten zu jedem Zeitpunkt exportiert werden.

  1. Sicherheitsmodul
    Kasseneingaben (jede Transaktion und Stornierung) werden mit Beginn des Aufzeichnungsvorgangs protokolliert und es wird sichergestellt, dass diese nachträglich nicht unerkannt verändert werden können.
  2. Speichermedium
    Die gegen Manipulation gesicherten Aufzeichnungen werden für die Dauer der gesetzlichen Frist von 10 Jahren gespeichert.
  3. Einheitliche digitale Schnittstelle
    Zweck der digitalen Schnittstelle ist eine einheitliche reibungslose Datenübertragung für Prüfungszwecke durch das Finanzamt.

Hier erhalten Sie direkt vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik weiterführende Informationen.

 

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*Übergangsregelung sorgt für etwas Aufschub:

Bund und Länderfinanzierung haben eine Nichtaufgriffsregelung hinsichtlich der Implementierung von technischen Sicherheitseinrichtungen bei elektronischen Kassensystemen bis zum 30. September 2020 beschlossen. Unsere Empfehlung: Stellen Sie zeitnah sicher, dass Ihr Kassensystem die Vorgaben der KassenSichV erfüllt. So bleibt Zeit für das Wesentliche: Kunden und Tagesgeschäft.